13 Februar 2014 - 20:30
Unterstützung für EU-Parlamentspräsident Schulz

Der in der Knesset scharf attackierte EU-Parlamentspräsident Martin Schulz hat im Nachhinein in Israel auch viel Zustimmung für seinen Auftritt erhalten.

Israelische Medien hoben hervor, dass Schulz Israel sicher wohlgesonnen sei.
Umstritten waren Details seiner Rede. Während konservative Medien von Schulz eine Entschuldigung fordern, kritisieren linke Politiker und Medien das Verhalten der konservativen Abgeordneten.
So schrieb die Online-Zeitung Times of Israel, dass Schulz sich zwar mit dem Wasser-Zitat einen kleinen diplomatischen Fauxpas geleistet habe, man einen Freund und Verbündeten allerdings nicht so behandeln dürfe.
Abgeordnete der siedlernahen Partei „Jüdisches Haus“ hatten am Vortag während des Auftritts von Schulz schimpfend das Plenum verlassen. Sie riefen „Schande“, als sich Schulz in seiner auf Deutsch gehaltenen Rede kritisch zum Bau israelischer Siedlungen im Westjordanland, zur Blockade des Gaza-Streifens und zur Aufteilung von Trinkwasser äußerte.
Wirtschaftsminister Naftali Bennett forderte eine Entschuldigung von Schulz, was dieser umgehend ablehnte. "Statt Schulzsollen sich die israelischen Politiker, die bei seiner Rede die Knesset verließen "beim gesamten jüdischen Volk dafür entschuldigen", schlug ein Autor vor.
In einem ausführlichen Artikel weist die Zeitung auf die lange, mit sehr unterschiedlichen Angaben geführte Auseinandersetzung zwischen Israels und Palästinensern über Wasser hin.
Schulz sagte zu den Vorwürfen: „Ich war überrascht und betroffen von der harschen Reaktion, denn ich habe eine proisraelische Rede gehalten.“
Haaretz kritisierte die Politiker, die während der Schulz-Rede das Parlament verlassen haben als hinterwäldlerisch.
Schulz ist SPD-Spitzenkandidat bei den Europawahlen. Der Streit dürfte ihm kaum schaden. Denn klare Worte an die Adresse Israels sind in den meisten europäischen Ländern, auch in Deutschland mehrheitsfähig.